WLAN im Flugzeug: Wie viel es kostet, welche Airlines es anbieten und wie es funktioniert

Für viele, gerade jüngere, Menschen ist die Vorstellung, mehrere Stunden lang keine WhatsApp Nachrichten abrufen, Fotos auf Instagram posten oder auch einfach nur durchs Internet zu scrollen fast undenkbar. Auch viele Geschäftsreisenden können nur schwer auf den Internetzugang verzichten. Aber im Flugzeug müssen wir alle genau das – zumindest bis vor kurzer Zeit. Wir erklären alles, was ihr über WLAN bzw. Internet im Flugzeug wissen müsst!

 

Ist WLAN im Flugzeug umsonst?

Sehr wahrscheinlich nicht. Es gibt einige Airlines wie China Southern, Norwegian oder Qantas, die freies WLAN auf ihren Flügen anbieten. Diese Angebote gelten allerdings nur für bestimmte Strecken und teilweise auch nur während einer Testphase.

 

Wie viel kostet Internet im Flugzeug?

Der Preis für das Surfen über den Wolken unterscheidet sich von Airline zu Airline enorm. Auch die Abrechnungsmodelle sind unterschiedlich: Bei einigen Fluggesellschaften wird nach Datenvolumen abgerechnet, bei KLM beispielsweise  kosten 20 MB schon mal 5 Euro. Andere Airlines bieten das Internet zeitlich begrenzt an. Bei der Lufthansa kostet eine Stunde surfen 9 Euro – oder 17 Euro für den gesamten Flug.

Am teuersten ist WLAN an Bord bei der portugiesischen Airline TAP, die für 1 MB Datenvolumen einen Euro berechnen – das kann man schon fast als verrückt bezeichnen! Um eine Relation zu geben: Ein Instagram-Post alleine benötigt bereits ca. 750 KB. Auch bei Aeroflot muss man tief in die Taschen greifen, hier kostet das größte Paket 45 Euro. Dafür bekommt man grade mal 150 MB an Daten.

Am günstigen ist Wifi bei Scandinavian Airlines. Bei SAS zahlt man nur 4,90 Euro für den gesamten Flug. Noch günstiger ist es bei Norwegian, zumindest auf innereuropäischen Flügen: Hier ist das Internet tatsächlich umsonst.

Durchschnittlich liegt der Preis übrigens bei 14,50 Euro für einen ganzen Flug. Nicht sehr viel mehr, als der Preis für etwas zu Essen und Trinken in so manchen Low-Cost-Carriern. Laut einer Umfrage der Credit Suisse Bank würden aber immerhin 60 % der Passagiere für Wifi im Flugzeug zahlen. Stellt sich die Frage:

 

Lohnt sich das WLAN beim Fliegen?

Wie wir eben gesehen haben, kann der Preis fürs Internet im Flugzeug sehr happig sein. Deshalb sollte man sich von Anfang an überlegen, wie viel bzw. lange man surfen will. Wir sind der Meinung, dass Social-Media-Aktivitäten auch bis zum nächsten kostenlosen WLAN Hotspot am Boden warten können – einen solchen bieten übrigens viele Flughäfen an!

Fehlen euch aber noch wichtige Informationen zu eurem Urlaubsort oder muss noch eine Buchung getätigt werden, so könnte sich der Erwerb lohnen. Das gilt natürlich auch, wenn eine wichtige Arbeitsemail versendet werden muss. Falls ihr euch allerdings nur langweilt, gibt es bessere Alternativen, denn grade Videos oder Webseiten mit vielen Bildern verbrauchen das Datenvolumen sehr schnell.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem Film oder eurer Lieblingsserie? Die meisten Streamingdienste wie Netflix bieten einen Offline-Modus, so dass man mit etwas Vorbereitung viel Geld sparen kann. Natürlich könnt ihr auch einfach etwas lesen, ein Spiel spielen oder euch ganz klassisch mit eurem Sitznachbarn unterhalten.

 

Welche Flugzeuge und Airlines haben WLAN?

Wenn euch der Preis noch nicht abgeschreckt habt und ihr euch sicher seid, dass ihr an Bord eures Flugzeugs im Web surfen wollt, solltet ihr wissen, dass rund 29 % der Fluggesellschaften noch gar kein WLAN in ihren Flugzeugen zur Verfügung stellen. Und auch bei den restlichen Airlines wird Internet nicht auf allen Strecken bzw. in allen Flugzeugtypen angeboten.

Europäische Fluggesellschaften, die Internet im Flugzeug anbieten, sind unter anderem Alitalia, British Airways, easyJet, Eurowings, Lufthansa, SAS und TUIfly.

 

Warum ist das Internet  im Flugzeug oft so langsam?

Eines der aktuell größten Probleme ist die Qualität des Angebotes, dass zurzeit häufig noch nicht optimal ist. Natürlich kann man in der Luft nicht die gleiche Zuverlässigkeit erwarten, wie wir sie vom Internet am Boden kennen. Allerdings ist für 75 % der Passagiere gerade diese Zuverlässigkeit der wichtigste Faktor.

Aber wo liegen die Probleme? Das Internet wird per von diversen Bodenstationen auf der Erde an Satelliten gesendet. Die Flugzeuge wiederum sind mit Antennen ausgestattet, die sich mit dem nächsten Satelliten verbinden. Mittels verschiedener Wireless Access Points, die im Flugzeug verteilt sind, können sich die Passagiere anschließend ins Internet einwählen. Diese komplizierte Übertragungstechnologie wirkt sich auf die Geschwindigkeit aus, zusätzlich können Wolken die Verbindung beeinträchtigen.

 

Wie kann ich trotz des Flugzeugmodus mit dem Internet verbinden?

Das klappt. Zwar werden im Flugzeugmodus alle Verbindungen deaktiviert, wirklich wichtig ist aber vor allem das Ausschalten der Mobilfunkverbindung, da diese die Instrumente bzw. die Kommunikation im Cockpit stören könnte. Selbst wenn ihr den Flugzeugmodus in eurem Handy aktiviert habt, könnt ihr euch also (meistens über die Einstellungen) trotzdem in das WLAN einloggen. Das ist natürlich eine Voraussetzung, dass das Internet funktioniert. Manche Fluggesellschaften bieten über das WLAN auch (teilweise kostenlose) Inflight-Systeme an, über die ihr zum Beispiel Filme gucken könnt.

Achtet nur darauf, auch wirklich eure Mobilfunkverbindung deaktiviert zu lassen. Sicherheit zuerst, dann kommt Twitter & Facebook! Außerdem spart ihr so auch noch Akku!

WLAN und Internet im Flugzeug

 

Wann wird es endlich kostenloses Internet in jedem Flugzeug geben?

Vermutlich nicht so schnell. Das Surfen über den Wolken ist immer noch technisch aufwendig und daher teuer. Die niederländische Fluggesellschaft Corendon ging davon aus, dass kostenloses Wifi im Flugzeug zu einer Preissteigerung bei den Tickets führen wird. Ob Reisende wirklich für diese Zusatzleistung mehr Geld ausgeben wollen, ist eher unwahrscheinlich, besonders, da der Markt hart umkämpft und sehr preissensitiv ist.

Vorerst muss man also auf kostenloses WLAN verzichten. Aber seien wir mal ehrlich: Manchmal ist die (erzwungene) Nichterreichbarkeit doch auch ganz angenehm!

 

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