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Beschwerde über Flugzeugessen: Der lustigste Beschwerdebrief der Welt

Ein Passagier schreibt einen vor Sarkasmus triefenden und äußerst unterhaltsamen Beschwerdebrief über sein Flugzeugessen an den Chef der Airline und wird daraufhin von diesem als Catering-Tester eingeladen. Und der Beschwerdebrief? Wird ein Hit im Internet!

Manch einer von uns hat garantiert schon einmal feststellen müssen, dass das lang ersehnte Flugzeugmenü leider ganz und gar nicht unseren kulinarischen Erwartungen entsprach. Manche Passagiere verzichten dann darauf, die Hungrigsten essen es trotzdem, und nur wenige bringen danach die Energie auf, sich darüber zu beschweren. Jedenfalls nicht so einfallsreich und kreativ wie der britische Passagier Oliver Beale! Auf seinem Flug von Mumbai nach London erlebte der in London lebende Werbetexter nach eigenen Aussagen ein Grauen nach dem anderen. Um andere Passagiere in Zukunft vor seinem Schicksal zu schützen, sah er sich gezwungen, eine Beschwerde einzureichen. Aber nicht an irgendeine Service-Hotline, nein, sondern an Richard Branson - den Chef der Airline Virgin Airways höchst persönlich.

In einer ausführlichen Mail schildert Beale alles, was ihm auf dem Flug nicht gepasst hat, in einer äußerst amüsanten Art und Weise. Besonders das Essen und der nicht funktionierende Fernseher hätten ihn gestört. Dennoch beginnt Beale seine E-mail mit der Beteuerung, dass er Virgin Airways über alles liebe und während der letzten Jahre immer wieder Flüge bei dieser Airline buchte, trotz einiger unangenehmer Vorfälle. Die Ereignisse auf dem letzten Flug könne er allerdings nicht ignorieren.

Ein Desaster in Senfsoße

Denn als dem hungrigen Passagier sein Menü gebracht wurde, und er es zum  ersten Mal sah, schossen ihm sofort einige Fragen durch den Kopf: "Was ist das? Warum wurde mir das gegeben? Was habe ich getan, um das zu verdienen? Und was davon ist die Vorspeise, was das Dessert?" Als Beale schließlich Dessert, Vorspeise und Hauptspeise identifiziert hatte, wagte er es, die Folie von seinem Hauptgericht zu ziehen. Seine Gefühle in diesem Moment beschreibt er folgendermaßen: „Ich werde versuchen, zu erklären, wie es sich anfühlte. Stell‘ dir vor, du bist wieder ein zwölfjähriger Junge, Richard. Jetzt stell' dir vor, es ist Weihnachten und du sitzt dort, mit deinem letzten Geschenk auf dem Schoß. Du weiß, was drin ist: Die Stereoanlage, von der du dem Weihnachtsmann in deinem Brief geschrieben hast. Allerdings ist sie nicht drin, als du das Geschenk öffnest. Dein Hamster liegt in der Box, und er ist tot. So habe ich mich gefühlt, als ich die Folie entfernte und mein Essen sah.“

Über den Moment, als ihm klar wurde, was da genau vor ihm liegt, schreibt Beale folgendes: „Es ist Senf, Richard. SENF. Mehr Senf, als ein Mensch in einem Monat verzehren könnte. Außerdem hatte der Koch Kartoffelbrei vorbereitet. Offensichtlich war der Kartoffelstampfer kaputt, und deshalb wurde entschieden, dass die nächstbeste Möglichkeit der Zerkleinerung wäre, die Kartoffeln durch den Verdauungstrakts eines Vogels zu befördern. Danach wurde es mit ein bisschen Senf vermischt. Jeder isst gern ein bisschen Senf, Richard.“

Essen im Flugzeug

Nach diesem Schock und der Entscheidung, nichts von seinem Essen anzurühren, habe Beale sich etwas unterzuckert gefühlt. Gut, dass bei seinem Menü ein kleiner Keks dabei war. Oder doch nicht? Der Keks sei in eine kleine Plastiktüte eingepackt gewesen, die ihn eher an eine Folge CSI erinnerte, als an eine Süßigkeit. „Er sieht aus wie das Beweisstück von einem Verbrechensschauplatz. EINEM VERBRECHEN GEGEN DIE KOCHKUNST. Stell dir vor, in ein Stück Messing zu beißen, Richard. Das wäre für die Zähne weicher.“

Auch der Versuch, bei einem Film zu entspannen, misslang. Der Fernsehbildschirm vor ihm zeigte neben dem Film nämlich ebenfalls bunte Flackerbilder. Trotzdem versuchte Beale eine halbe Stunde, einem Film zu folgen. Dazu schreibt er: „ Nach einer halben Stunde schaltete ich ab. Ich hatte genug. Ich war in meinem ganzen Leben nie hungriger gewesen und hatte zudem Kopfschmerzen von einem unzumutbaren Bildschirmgeflacker. Meine einzige Option war, auf den Sitz vor mir zu starren und auf Essen oder Schlaf zu warten. Für eine enorm lange Zeit wurde keine dieser Erwartungen erfüllt.“

Der Chef der Airline nimmt es mit Humor

Die E-Mail erreichte den Airline Chef Richard Branson persönlich, der das Ganze mit Humor nahm und den Beschwerdebrief zu PR-Zwecken nutzte, indem er ihn ins Internet stellte. Kurz darauf rief Branson den ahnungslosen Passagier an, um mit ihm persönlich über die Vorfälle zu sprechen. Das Ergebnis des Gesprächs? Der milliardenschwere Chef lud Beale als Catering-Tester ein, damit anderen Passagieren solch kulinarische Desaster in Zukunft erspart bleiben würden. Beale soll nun unter anderem helfen, das Speisenprogramm für zukünftige Flüge auszuwählen, wahrscheinlich serviert Virgin Atlantic so schnell keine Senfkartoffeln mehr!

Was lernen wir daraus? - Beschwert euch, vielleicht wird das Flugzeugessen ja doch eines Tages erträglich! Und wenn der Beschwerdebrief dann auch noch so herrlich vor Sarkasmus trieft, hat das Internet auch noch was zu lachen.

Den Originalbrief (auf Englisch) und Fotos des besagten Flugzeugessens können Sie sich gern hier ansehen. 

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