Unterschätzte Städte Teil 2: Thessaloniki

Paris, Barcelona, London - jeder von uns hat diese Namen schon einmal gehört und die meisten haben zumindest einige dieser Städte bereits besucht. Doch abseits dieser Tourismus-Hotspots gibt es Städte, die zwar eher unbekannt sind, aber trotzdem - oder gerade deshalb - absolut sehenswert sind und es locker mit den Hauptstädten Europas aufnehmen können!

In diesem Post stellen wir euch Thessaloniki vor. Zwar handelt es sich um die zweitgrößte Stadt Griechenlands, doch gebt es ruhig zu: Bisher kamen euch beim Gedanken an Griechenland immer die traumhaften Strände der griechischen Inseln oder die hippe Hauptstadt Athen in den Sinn. Wir zeigen euch jetzt, warum das ein Fehler ist!

Thessaloniki - die entspannte Großstadt direkt am Meer

Die Stadt liegt direkt am Wasser und obwohl es sich um eine Großstadt handelt (übrigens eine von nur zwei in Griechenland), scheint es dort ruhiger und weniger hektisch als in anderen Metropolen zuzugehen. Aufgrund der nördlichen Lage und dem direkten Zugang zur See ist es dort übrigens kälter als im Süden des Landes - besonders im Sommer sehr angenehm!

Thessaloniki Meer Schiff Sonnenuntergang
Das Meer direkt vor der Nase lädt zum verweilen ein...

Am besten erkundet man die Stadt zu Fuß, denn so sieht man am meisten! Ein sehr guter Start dafür ist die Uferpromenade, die sich fast auf Meereshöhe befindet und von der aus man die großen Frachter und Kreuzfahrtschiffe, die in den Hafen einlaufen, beobachten kann. Besonders ist, dass es keinen Strand oder dergleichen gibt, wodurch das  Meer direkt bis zur Straße reicht. Am Ufer befindet sich auch der weiße Turm, der mittlerweile eher Grau geworden ist (erinnert etwas an Gandalf, oder nicht?). Seit seiner Erbauung im 15. Jahrhundert diente er bereits als Garnison, Wachturm und Gefängnis. Nun beherbergt er ein Museum. Für nur 3 Euro, die gut investiert sind, könnt ihr etwas über die Geschichte der Stadt erfahren und einen tollen Rundumblick von der Spitze des Turms genießen!

Einen ebenfalls spektakulären Blick auf die Stadt hat man vom Wasser aus. Der einfachste Weg, ohne Nass zu werden, ist dabei wohl eine Bootstour, die direkt vor dem Turm ablegt. Mütze auf und alle an Bord! Unserer Erfahrung nach ist es übrigens kurz vor Sonnenuntergang am schönsten…

Thessaloniki Schiff Sonnenuntergang

Überall etwas zu entdecken - ein Traum für Geschichts- und Architekturliebhaber

Generell ist es so, dass man überall in Saloniki, wie die Stadt in Deutschland häufig genannt wird, auf Zeugnisse ihrer langen Vergangenheit stößt. Die Stadt wurde bereits 315 v. Chr. im damaligen Mazedonien gegründet. Später übernahmen sowohl die Römer, die Byzantiner und auch die Osmanen die Herrschaft der Stadt. Vor allem von letzteren, deren Herrschaft vom 14. bis Anfang des 20. Jahrhunderts andauerte, hinterließen viele Spuren in der Stadt. Und nur falls ihr plant bei “Wer wird Millionär” mitzumachen: In Thessaloniki wurde Atatürk, der Begründer der heutigen Türkei, geboren. Na, hättet ihr das gewusst?

Thessaloniki weißer turm
Der weiße Turm von Thessaloniki

Nach der Besichtigung des Turms können wir euch einen Spaziergang zur Burg von Thessaloniki (auch Heptapyrgion genannt) empfehlen, die sich auf einem Hügel im Nordosten der Stadt befindet. Auf direktem Weg dauert es nach oben nicht mehr als eine halbe Stunde, dennoch werdet ihr länger brauchen! Denn wenn ihr den Weg durch die engen Gassen der Altstadt in Angriff nehmt, werden euch dabei überall alte Kirchen, spannende Museen und Ausgrabungen antiker Stätten begegnen - kein Wunder also, dass die UNESCO die frühchristlichen und byzantinischen Kirchen der Stadt in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen hat.

Das Vlatades-Kloster, das sich in unmittelbarer Nähe zur Burg befindet, ist zwar klein, aber nichtsdestotrotz wunderschön. Dessen kleine orthodoxe Kapelle lädt auch Nichtgläubige zur stillen Andacht ein. Ideal, um innezuhalten und die Eindrücke der Reise auf einen wirken zu lassen.

Thessaloniki Kirche

Griechische Küche in Thessaloniki - so viel mehr als nur Wein

Der Aufstieg ist zwar nicht wirklich anstrengend, aber eine Stärkung kann nie schaden. Und wer schon einmal in Griechenland war (oder auch nur beim Griechen um die Ecke), weiß, wie lecker das Essen ist - da isst man auch schon mal nur so zum Spaß! Auch Thessaloniki ist da keine Ausnahme: Große Portionen zum günstigen Preis. Ihr wärt übrigens nicht alleine, sollte euch die Auswahl der unzähligen Restaurants überfordern: Fisch, gegrilltes Fleisch, Tsatsiki, Tarama, Gigantes (Riesenbohnen), Schafskäse und noch vieles mehr! Eine Spezialität, die besonders um und in Thessaloniki verbreitet ist, sind die (meist) süßen Blätterteigtaschen namens Bougatsa – das müsst ihr probieren!

Wenn es schnell gehen muss, weil die ganze Zeit fürs Fotoshooting für das Urlaubsalbum oder Instagram (bei der Gelegenheit: folgt uns doch!) draufgegangen ist, empfehlen wir Gyros Pita. Diese ähneln einem Döner, sind aber mit Tsatsiki und Pommes gefüllt - lecker!

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Restaurants, die Gyros Pita verkaufen, finden sich an jeder Ecke

Ebenfalls schmackhaft sind natürlich der Ouzo sowie der griechische Wein, aber darüber müssen wir wohl nicht viele Worte verlieren - genauso wie ihr nicht viel Geld, wenn ihr euch davon genehmigt. Vor allem letzteren bekommt ihr in Thessaloniki, verglichen mit Deutschland, sehr günstig: Einen halben Liter ab 4 Euro! Also komm und schenk nochmal ein…

Weinliebhabern ist die “Weinstraße von Thessaloniki” empfohlen. Dabei handelt es sich um eine Wanderroute um die Stadt, bei der man neben diversen Weinkellern auch einige der Sehenswürdigkeiten der Stadt zu Gesicht bekommt. Wem der Weg zu lang ist, wird dennoch fündig: Gegenüber des Kaftanzoglio Stadiums befindet sich ein Weingut direkt in der Stadt!

Partys in Thessaloniki: Moderne trifft Tradition

Die “Bouzoukias”, in denen live traditionelle griechische Musik gespielt wird, findet man in jedem Viertel der Stadt. In der Regel wird dazu gesungen und Tanzeinlagen der Gäste sind auch keine Seltenheit. Der Name dieser Tavernen kommt von der gleichnamigen Laute (Bouzouki), welche das wichtigste griechische Instrument ist. Während man die Darbietung verfolgt, bekommt man in den Bouzoukias natürlich auch etwas zu Essen und diverse Getränke.

Ihr steht eher auf Techno oder R’n’B? In Thessaloniki leben aktuell mehr als 70.000 Studierende, von denen sicher viele eure Leidenschaft teilen. Die meisten Clubs befinden sich allerdings am Stadtrand (beispielsweise am Hafen oder Airport), um die Lärmbelästigung in der historischen Altstadt so gering wie möglich zu halten - dafür dauern die Partys dort aber auch die ganze Nacht! Am besten nehmt ihr euch ein Taxi, denn diese kosten nur einen Bruchteil des Preises, den ihr in Deutschland gewöhnt seid. Der öffentliche Nahverkehr fährt nachts nur selten.

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Bild: Greek nightlife by Elias Bizannes (CC-BY-SA)

Auch Kneipen gibt es in Hülle und Fülle, z.B. auf dem Nikis Boulevard. Auch das Ausgehviertel Ladadika ist zu empfehlen: Wo einst Olivenhändler ihre Ware verkauften, findet man nun vor allem flüssige Ware. Alles in allem ist es also kein Wunder, dass sogar der Lonely Planet Thessaloniki in seine Liste der “ultimativen Partystädte” aufgenommen hat.

"Abwechslung ist von allem das Süßeste, wie der Dichter sagt."

Dies sagte Aristoteles, nach dem einer der wichtigsten Plätze Thessalonikis benannt ist, mit Bezug auf Euripides. Demnach ist Thessaloniki einer der süßesten Städte: Egal ob ihr tagsüber die antiken Bauten besichtigt, euch abends den Bauch in den Tavernen vollschlagt oder die Nächte durchtanzt, so viel Abwechslung wie in Thessaloniki findet man selten!

Wir hoffen wir konnten euch die Stadt etwas näher bringen und euch Lust auf einen Trip machen. Übrigens nichts leichter als das: unter anderem Aegean Airlines, Condor und Ryanair fliegen von vielen deutschen Städten nonstop in knapp 2 ½ Stunden nach Thessaloniki! Am besten reist ihr im Mai oder Oktober, denn dann sind die Temperaturen zwar angenehm warm (zwischen ca. 15-25 C°), aber es ist nicht zu heiß. Im Winter hingegen solltet ihr, besonders wegen dem stetigen Wind, unbedingt an eine Jacke denken. Dann kann es sogar mal schneien!

 

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