Minimalistisches Reisen: Wenig Gepäck, mehr Abenteuer

Der Trend zum Minimalismus wächst unaufhaltsam und immer mehr Menschen lassen sich von dieser Bewegung begeistern und inspirieren. Minimalistisch wohnen, minimalistisch leben, wieso nicht auch minimalistisch reisen? Wie das am besten geht, zeigen wir dir hier im Flug-Verspaetet.de Blog!

Der Urlaub ist gebucht und die Reise kann endlich losgehen. Doch vorher muss der Koffer gepackt werden und das kann sich, mal mehr, mal weniger, zu einer kniffligen Angelegenheit entwickeln. Manchmal geht er kaum noch zu und am Flughafen zeigt die Wage plötzlich an, dass man Übergewicht hat und einen Aufpreis zahlen muss. Kein besonders entspannter Anfang für einen tollen Urlaub, dabei gäbe es doch eine einfache Lösung: Reisen mit wenig und leichtem Gepäck!

Das mag sich erst mal kompliziert anhören, ist aber leichter, als du vielleicht befürchtest. Natürlich ist diese Art zu Reisen nicht für jeden etwas, aber ein wenig Gewicht und Platz lassen sich immer einsparen! Die Vorstellung, einen maximal ausgelasteten Koffer auf Handgepäckgröße zu dezimieren, mag zuerst wie eine unmögliche Aufgabe klingen, aber es gibt auch hier, wie bei so vielem im Leben, gute Tricks - und die werden wir jetzt mit euch teilen.

Minimalistisch packen – wie fängt man am besten an?

Gute Planung ist die halbe Miete: Vor dem Packen solltest du dir wirklich die Zeit nehmen und dir Gedanken machen, welche Outfits du zu welchen Gelegenheiten anziehen möchtest. Da Reiseziele so unterschiedlich sind wie auch wir Menschen, werden wir uns hier einfachheitshalber auf Strandurlaube beziehen. Doch das Prinzip lässt sich natürlich auch auf deine bevorzugte Reiseart anwenden.

kleiner, minimalistisch gepackter Rucksack

Zuerst solltest du nach der Wetterprognose am Urlaubsort schauen. Ist es durchgehend sonnig? Regnet es vielleicht? Natürlich macht das nur Sinn, wenn man nicht länger als 10 Tage verreist, da danach die Vorhersagen ungenau werden. Aber auch längere Reisen kannst du, zumindest grob, kategorisieren: Wie viele Sonnenstunden gibt es und wie häufig regnet es im Durchschnitt?

Für das minimalistische Packen bedeutet das: Nur einpacken was wirklich nötig ist! Versuche außerdem, das Gepäck so leicht wie möglich zu halten. Das bedeutet: Kein Schirm, keine dicke Regenjacke. Falls du dennoch auch an einem sonnigen Ort für schlechtes Wetter gewappnet sein möchtest, kannst du dir einen dieser Wegwerf-Ponchos zulegen, die ultra leicht und dünn sind. Diese lassen sich in der Regel auch mehrmals verwenden. So wird die Umwelt nicht zu stark beansprucht.

Wie wähle ich Klamotten nach dem minimalistischen Packstil aus?

Für den Rest der Kleidung gilt: lässt sich alles stilistisch und farblich miteinander kombinieren? Dann darf es in den Rucksack wandern. Für jede Situation gewappnet zu sein, bedeutet nicht automatisch, viel dabeizuhaben. Das Stichwort lautet Zwiebellook. Wird es mal kalt, kann einfach etwas drüber geworfen werden oder z.B. bei einem Kleid eine Strumpfhose angezogen werden. So sparst du immens viel Platz, da du die einzelnen Kleidungsstücke kombinieren kannst, um verschiedene Outfits zu kreieren. Das Strandkleid kannst du mit einer schicken Jacke in ein Abendoutfit verwandeln und die lässige Schlafhose kann mit festem Schuhwerk perfekt für einen Städtetrip sein. So bleibt der Rucksack sehr leicht, was, als perfekten Nebeneffekt, den Rücken schont.

Mit ein bisschen Übung packt sich der kleine Rucksack fast wie von selbst. Man weiß genau, was man braucht und auf was man lieber verzichten kann. Ist dir das, was wir absolut nachvollziehen können, zu stressig, kannst du einfach nur schlichte Kleidungsstücke mitnehmen und um Muster einen großen Bogen machen. So passt in der Regel alles problemlos zusammen.

Platzraubende Kosmetika – so kannst du Platz sparen

Schwere und große Sachen solltest du während des Fluges anziehen, denn ein Pullover kann schnell den Platz im Koffer überstrapazieren. Auch bei den Kosmetika gibt es natürlich einiges zu beachten. Im Handgepäck sind maximal 1 Liter Flüssigkeit, auf 100 ml Fläschchen verteilt, erlaubt. Das gilt auch für Cremes und Lotions!

Was tut Frau - oder auch Mann - in so einer Situation? Viel weniger Platz nehmen wasserfreie Kosmetika ein. Und leichter sind sie aufgrund des fehlenden Wasseranteils dazu auch! Noch nichts davon gehört? Dann lohnt es sich, mal einen Blick zu riskieren. Einschränkungen gibt es praktisch keine und die Auswahl ist groß: Shampoobars und Spülungen, feste Deos (oder auch Puderdeos), Lotionbars und, ja, sogar Zahnpastatabs. Nur das altbewährte Sonnenmittel sollte umgefüllt und mitgenommen werden. Die Gewichtseinsparungen, die man mit diesen Produkten erzielt, grenzen an ein Wunder und ihre Wirkung steht denen ihrer flüssigen Geschwister in nichts nach.

unterschiedliche Kosmetika auf blauem Hintergrund

Ein Gegenstand für mehrere Zwecke

Pures Kokosöl ist ein echter Allrounder: man kann es zum Beispiel für die Haare und den Körper verwenden – oder in ein Mückenschutzmittel verwandeln! Vermische es dazu einfach mit Citronella- oder alternativ auch mit ätherischem Minz- oder Rosmarinöl. Mücken mögen diesen Duft nämlich überhaupt nicht, wohingegen er den meisten Menschen zusagt. Vergess dabei aber nicht, dass diese Düfte nicht annähernd so lange halten wie herkömmliche Mittel. Und Achtung: Schwangere und Kinder sollten bitte angemessene Produkte verwenden. In Gebieten, in den Malaria- oder Dengue-Mücken vorkommen, solltet ihr außerdem aggressivere, herkömmliche Mittel verwenden.

Ein weiteres Beispiel: Wie allgemein bekannt, ist es wichtig, genügend zu trinken. Gehörst du auch zu den Leuten, die das gerne mal vergessen? Die Erfahrung zeigt, dass, wenn man eine Flasche mit Getränken dabei hat, diese auch nutzt. Um Gewicht zu sparen, kannst du einfach eine zusammenklappbare Flasche mit in den Urlaub nehmen. Diese sind super leicht und nehmen so gut wie keinen Platz weg – minimalistisch eben!

blaues Strandtuch auf wei├čem Sand

Ein sehr wichtiges Gut, vor allem für Frauen, ist ein schönes großes (Strand-)Tuch. Dieses ist unglaublich wandelbar und kann mit ein paar Handgriffen schnell umfunktioniert werden. So kann man sich, ganz im minimalistischen Sinne, einen Pullover für den Abend sparen. Weitere Verwendungsmöglichkeiten: klassisch als Unterlage am Strand oder umgebunden als Rock bzw. Kleid. Scheint die Sonne bei einem längeren Spaziergang erbarmungslos vom Himmel, kannst du das Tuch schnell zum Turban umfunktionieren - so schützt es dich einem Sonnenstich.

An die Männer da draußen: das geht problemlos auch mit einem T-Shirt oder einer lockeren Hose - und sieht gar nicht mal so schlecht aus! Verzichtet dabei aber am besten auf schwarze Klamotten, denn damit zieht ihr nur unnötig weitere Hitze an.

Und wie soll die minimalistische Ausrüstung am besten in den Rucksack gepackt werden?

Damit kommen wir zu dem letzten Problem: Wie bekommt man das Gepäck in nur einen Rucksack und wie zur Hölle sollen die wenigen Klamotten für einen ganzen Urlaub reichen? Die Antwort ist relativ simpel: Rollen! Falls du beispielsweise für den ersten Tag ein bestimmtes Outfit ausgewählt hast, kannst du dieses in einer Rolle samt Unterwäsche zusammenfassen. So findest du nach der Ankunft im Hotel alles sofort wieder, kannst dich direkt frisch umziehen und, ohne weitere Zeit zu verlieren, in den Urlaub starten. Ausgepackt wird dann später – aber das geht mit dem minimalistischen Packstil sowieso recht flott. Eine weitere Möglichkeit sind Packsäcke, in denen die Klamotten platzsparend gepackt werden können. Diese gibt es in allen Farben, Formen und Größen.

Und falls die Klamotten am Ende doch nicht reichen? Entweder mit ein bisschen Waschmittel selbst Hand anlegen oder vor Ort waschen lassen. Waschservices gibt es außerhalb des Hotels meist sehr günstig. Am sichersten ist es wohl, wenn du die schönen Abendklamotten selbst im Hotel wäschst und den Rest von einem Waschservice reinigen lässt. Je nach Hotelstandard kann man die guten Stücke nämlich auch direkt dort waschen lassen.

Wenn es dir zu umständlich ist, bei einem klassischen Rucksack an dein Gepäck heranzukommen und du lieber auf einen Blick siehst, wo sich was befindet, so solltest du über einen speziellen Rucksack nachdenken, den man wie einen Koffer öffnen kann. Davon gibt es mittlerweile auch extra leichte Varianten. Wenn das mal nicht praktisch ist!

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