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Haftstrafen im Korrputionsskandal am Frankfurter Flughafen

Vor zwei Jahren kam der Korrputionsskandal um Schmiergeldzahlungen bei dem Bau der Frankfurter Cargo City ans Licht der Öffentlichkeit. Nun hat das Frankfurter Landgericht ein deutliches Urteil gesprochen - Haftstrafen für zwei der Angeklagten und Bewährungsstrafen für zwei weitere. Der Prozess und die Wirren um Korruption auch tief in der Fraport AG malen ein trauriges Bild der Korruption in Deutschland.

Die Anklage

Laut der Anklage wurden einem Mitarbeiter der Fraport AG insgesamt 2,8 Millionen Euro Schmiegeld für die Vergabe der Erbbaugrundstücke in der Cargo City Süd in Frankfurt in Aussicht gestellt. Diese Grundstücke in der Cargo City wurden im Anschluss zum Bau von mehreren Lagerhallen und Bürohäusern genommen, in der Heute eine große Zahl Firmen ansässig ist. Verantwortlich für die Vergabe der Baurechte war der Fraport Mitarbeiter Volker A., zentrale Figur des Prozesses, der im letzten Jahr bei einem Autounfall ums Leben kam. Durch eine „Unrehtsverinbarung“ abgesichert arbeitete Volker A. mit dem Immobilienmakler Uwe S. zusammen, der die Schmiergeldzahlungen als Provision tarnte und somit an dem Deal mitverdiente. Der Anklage nach wurden Zahlungen mit den Immobilieninvestoren Jürgen Harder und Ardi Goldman vereinbart, die jedoch nicht vollständig ausgezahlt wurden. Diese Zahlungsrückstände haben schließlich den Makler S. dazu gebracht, die Investoren vor Gericht zu verklagen. Der Stein des Anstoßes für den anschließenden Prozess um Korruption und die Aufdeckung eines Skandals der sonst womöglich nie an die Öffentlichkeit gekommen wäre.

Gewinner des Deals

Durch diesen Deal wurden Gewinne im zweistelligen Millionenbereich gemacht, die das Gericht nun teilweise mit Vermögensarresten gesichert hat. Wohin diese Gelder gehen werden bleibt aber unklar, vielleicht gehen sie an die letztendlich geschädigte Fraport AG „Fraport hat ein gutes Geschäft gemacht, aber es hätte noch besser sein können.“ so der zuständige Richter beim Schuldspruch, denn durch den Deal wurden Baugrundstücke möglicherweise zu günstig abgegeben. Dennoch hat dieser Skandal größere Ausmaße als durch das Urteil des Frankfurter Landgerichts abzusehen sind. Und ohne Missstände interner Kontrollen bei der börsennotierten Fraport AG wäre dieses Vorgehen überhaupt gar nicht möglich gewesen. Auch Fraport hat in dem Deal offensichtlich mit harten Bandagen gekämpft, so forderte es kurz vor Abschluss der Verhandlungen von den Investoren noch die Zahlung einer ominösen „Developer Fee“ in Höhe von knapp einer Million Euro.

In dem aktuellen Schuldspruch wurden der Makler Uwe S. und der Investor Goldman für 3 bzw. 2 Jahre und 8 Monate Freiheitsstrafe verurteilt sowie der Investor Harder und ein weiterer Angeklagter zu 2 Jahren Bewährung. Dennoch bleiben die letztendlichen Gewinner und das Ausmaß des Korrputionsskandals und auch die Rolle der Strukturen der Fraport AG, die diesen Skandal überhaupt ermöglichten, unklar.

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