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EU Austritt Großbritanniens: Folgen für die Fluggesellschaften

Das Referendum von Donnerstag vergangener Woche zieht nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich klare Folgen mit sich. Mit rund 250 Millionen Passagieren pro Jahr ist Großbritannien der größte Airlinemarkt Europas. Dementsprechend stark hat die Luftfahrt die Auswirkungen der historischen Entscheidung unmittelbar zu spüren bekommen. Bereits am Freitag, einen Tag nach dem Referendum, fielen die Börsenwerte der IAG, Großbritanniens größter Airline-Gruppe drastisch und auch easyJet (um rund 25 %), Ryanair (um rund 15 %), und die Lufthansa (um rund 10 %) hatten mit einbrechenden Börsenwerten zu kämpfen.

EU AUSTRITT GROSSBRITANNIENS: FOLGEN FÜR DIE FLUGGESELLSCHAFTE

Auswirkung für Ryanair und easyJet

Die Billigairlines Ryanair und easyJet haben in den vergangen Jahren am stärksten von dem freien Luftraum Europas profitiert. Dieser wird von der ECAA (European Common Active Area) geregelt und sichert allen europäischen Carriern einen freien Marktzugang zu, wodurch diese beliebige Strecken innerhalb der EU anbieten können. Ob nun diese Flüge, beispielsweise von Berlin nach Paris weiterhin von easyJet  so angeboten werden können, bleibt abzuwarten.

"Wir dürfen die Auswirkungen (eines Brexit, Red.) auch nicht überschätzen", sagte easyJet-Chefin Carolyn McCall noch vor dem Referendum der "WirtschaftsWoche". "easyJet hat natürlich einen Plan, wenn es zu einem Austritt kommt. Wir sind längst in ganz Europa aktiv und haben auch in anderen Ländern eine Zulassung." Diese Zulassungen in anderen EU Ländern und auch in der Schweiz, die ein gesondertes Abkommen mit der EU hat, gewinnen nun an Bedeutung. Dennoch bemühen sich die Airlines ein neues Abkommen Großbritanniens mit der EU ganz oben auf die Verhandlungsliste zu setzen "Wir haben heute einen Brief an die Regierung Großbritanniens und an die EU Kommission geschrieben und sie gebeten, den Verbleib Großbritanniens im gemeinsamen EU-Luftfahrtmarkt ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen", so McCall am Freitag.

Michael O`Leary, Chef der irischen Fluggesellschaft Ryanair, steht den Auswirkungen skeptischer gegenüber. Obwohl Ryanair eine irische Airline ist, hat sie ihre größte Basis im Vereinigten Königreich, auch vor der Abstimmung hatte sich die Fluggesellschaft aktiv für das „Remain“ Lager eingesetzt und unter anderem günstige Flugtickets für Expats angeboten, damit diese für einen Verbleib ihres Landes in der Staatengemeinschaft stimmen würden.

Ticketpreise könnten steigen

Besonders für britische Reisende, aber auch internationale Passagiere ist zu erwarten, dass die Ticketpreise nun steigen werden, wie wir bereits vor dem Referendum geschrieben hatten. Dies bestätigte der Ryanair Chef nun. Mit dem Ausscheiden aus der EU und womöglich auch der ECAA muss Großbritannien nun erneut in Verhandlungen um den wirtschaftlichen Wettbewerb zwischen dem Vereinigten Königreich und der Staatengemeinschaft treten. Auch die Passagierrechte, die bislang einheitlich nach europäischem Recht auch in Großbritannien galten, stehen nun auf der Kippe.

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Geschrieben von Team Flug-Verspaetet.de