Zurück zu Neuigkeiten

Geplante Verschärfung der Fluggastrechte: Was ist dran?

Bei einer Flugverspätung ab drei Stunden haben Fluggäste gegenwärtig Anspruch auf finanzielle Entschädigung von Seiten der Fluggesellschaft. Diese Entschädigung kann 250, 400 oder gar 600€ pro Passagier betragen. Die Regelungen hierzu sind jedoch oft verwirrend und viele Airlines versuchen die Forderungen zu umgehen. Um die Gesetzeslage einfach zu gestalten, hat die EU-Kommission im Jahr 2013 eine Überarbeitung der Bestimmungen vorgesehen. Der daraufhin entstandene Entwurf der Kommission allerdings verstärkte nicht das Passagierrecht, sondern sah im Gegenteil bedeutende Einschnitte für die Reisenden vor: Nach der Neuregelung sollte ein Anspruch auf Entschädigung erst nach fünf, neun oder sogar zwölf Stunden (abhängig von der Strecke) bestehen. Verbraucherschützer kritisieren, dass dadurch rund 70 % der bisher anspruchsberechtigten Passagiere leer ausgehen würden.

EU-Parlament erwägt neue Schwellenwerte

Auch dem EU-Parlament gingen die Vorschläge der Kommision zu weit. Sie streben eine moderatere Veränderung an. Wenn man bislang bei jeder Flugverspätung bereits ab drei Stunden Recht auf eine volle Entschädigung hatte, stellen sie vor dies in Zukunft zu staffeln: Bei Kurzstrecken soll das Recht auf Entschädigung weiterhin ab einer Verspätung von drei Stunden gelten, bei Mittelstreckenflügen ab mindestens 5 und bei Langstrecken ab 7 Stunden.

Auf der anderen Seite sind auch Veränderungen zugunsten der Passagiere vorgesehen: In Zukunft sollen verbindliche Fristen eingeführt werden, innerhalb welcher die Airlines einen Fall bearbeiten müssen. Auch die sogenannte „No-Show-Regel“ soll abgeschafft werden. Diese besagt, dass Passagiere den Rückflug nicht antreten dürfen, wenn sie den Hinflug verpasst hatten.

Ab wann gelten die neuen Regeln?

Der Entschluss des Parlaments ist allerdings noch kein Gesetz: Momentan laufen die Verhandlungen auf Ministerebene. Dies bedeutet, dass es noch zu erheblichen Änderungen kommen kann und es ist unklar, wie die Fluggastrechte final konkret aussehen werden. Verhandelt wird neben der zeitlichen Schwelle auch über die Höhe der Entschädigung. Bei bisherigen Verhandlungen konnte bislang noch keine Einigung erzielt werden.

Sobald sich die Minister geeinigt haben, muss die Reform auch noch vom EU-Parlament beschlossen werden. Bis dahin bleibt erst einmal alles beim Alten.

eu flag

Geschrieben von Flug-Verspätet.de