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Keine Entschädigung bei Verspätung aufgrund von Vogelschlag

<p><strong>Am Donnerstag, dem 04. Mai 2017, entschied der Europ&auml;ische Gerichtshof (EuGH), dass es weiterhin keinen Anspruch auf Entsch&auml;digung gibt, wenn sich ein Flug aufgrund eines Vogelschlags verz&ouml;gert.&nbsp;</strong></p> <p>Der Ursprung des Urteils geht auf die Klage eines Ehepaars zur&uuml;ck, welches aufgrund eines Vogelschlags Verz&ouml;gerungen auf ihrem Flug von Burgas (Bulgarien) nach Ostrava (Tschechische Republik) erleiden musste. Die Versp&auml;tung&nbsp; betrug f&uuml;nf Stunden. Grundlage der Klage ist die <a href="https://www.flug-verspaetet.de/eu-fluggastrechte-verordnung-nr-261-2004">EU Fluggastrechtverordnung</a>, welche besagt, dass Flugg&auml;ste ab drei Stunden Versp&auml;tung grunds&auml;tzlich einen Anspruch auf Entsch&auml;digung haben.</p> <p>Allerdings muss die Fluggesellschaft keine Entsch&auml;digung zahlen, wenn die Versp&auml;tung auf einen au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Umstand zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist. Die <a href="http://www.lto.de/gerichte/aktuelle-urteile-und-adresse/gerichtshof-der-europaeischen-union-eugh/" target="_blank">Luxemburger Richter</a>&nbsp; urteilten nun, dass Zwischenf&auml;lle mit V&ouml;geln weiterhin unter die Kategorie au&szlig;ergew&ouml;hnliche Umst&auml;nde&nbsp;fallen. Dadurch k&ouml;nnen Fluggesellschaften weiterhin die Zahlung einer Entsch&auml;digung &nbsp;verweigern.&nbsp;</p> <p>&emsp; &nbsp;<a href="https://www.flug-verspaetet.de/umstaende-hoeherer-gewalt" target="_self">&rArr; Hier lesen: Umst&auml;nde h&ouml;herer Gewalt</a><b>&nbsp;</b></p> <h2><strong>Sonderfall aufgrund technischer Kontrollen</strong></h2> <p>Das Ehepaar hat allerdings dennoch die M&ouml;glichkeit, ihren Anspruch auf Entsch&auml;digung geltend zu machen.&nbsp; Auf dem tschechischen Flughafen wurde das Flugzeug nach der Kollision mit einem Vogel kontrolliert und freigegeben. Anschlie&szlig;end bestand die ausf&uuml;hrende Airline darauf, dass ein zweiter Techniker zurate gezogen wird.</p> <p>Auch nach der Zweitkontrolle stand fest, dass das Flugzeug keine gravierenden Sch&auml;den durch den Vogelschlag erlitten hatte.&nbsp; Beide Kontrollen f&uuml;hrten insgesamt zu einer Versp&auml;tung von vier Stunden. Der europ&auml;ische Gerichtshof&nbsp; befand die zweite Kontrolle f&uuml;r nicht erforderlich. Aus diesem Grund kann die daher resultierende Versp&auml;tung der Fluggesellschaft zugerechnet werden und den Passagieren steht eine Ausgleichszahlung zu.</p> <h2><strong>Ma&szlig;nahmen sollen Vogelschl&auml;ge verhindern &nbsp;</strong></h2> <p>Vogelschl&auml;ge kommen im Flugverkehr immer wieder vor. Im letzten Jahr kam es in Deutschland zu knapp 750 gemeldeten Zwischenf&auml;llen. Im schlimmsten Fall kann ein Vogelschlag sogar das Triebwerk einer Passagiermaschine besch&auml;digen, was zu gef&auml;hrlichen Situationen f&uuml;hren kann. Grunds&auml;tzlich muss nach einem Vogelschlagdeshalb immer eine technische Inspektion des Flugzeugs erfolgen, weshalb es mittlerweile eine Reihe von Ma&szlig;nahmen gibt, die ein solches Ereignis von vornherein verhindern sollen:</p> <p>&bull; Durch diverse Eingriffe in die Natur sollen Flugh&auml;fen und deren unmittelbare Umgebung f&uuml;r V&ouml;gel so unattraktiv wie m&ouml;glich gemacht werden.</p> <p>&bull; Abschreckung der V&ouml;gel durch Laser, Feuerwerk und akustische Signale.</p> <p>&bull; Drohnen, die aussehen wie Greifv&ouml;gel, sollen kleinere V&ouml;gel verscheuchen.</p> <p>&bull; Jagdhunde werden genutzt, um die V&ouml;gel aufzusp&uuml;ren. Am Flughafen K&ouml;ln/Bonn wird&nbsp;sogar das Frettchen Mickie zur Vogelabwehr eingesetzt.)&nbsp;</p> <p><strong>Geschrieben von&nbsp;<a href="https://www.flug-verspaetet.de/">Flug-Verspaetet.de</a></strong></p>