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Air Berlin Pilot verabschiedet sich mit spannendem Flugmanöver

Am Montag war es soweit: Air Berlin brachte seinen letzten Langstreckenflug von Miami nach Düsseldorf hinter sich. Um den Abschluss einer Ära in Erinnerung zu behalten und sich gebührend zu verabschieden, drehte der ausführende Pilot eine Extrarunde und startete bei der Landung durch.

Die bekannte rot-weiße Fluggesellschaft wird aufgrund der Insolvenz ab sofort keine Langstreckenflüge mehr fliegen und Ende Oktober seinen Betrieb komplett einstellen. Da Air Berlin nun seit fast 40 Jahren existiert, war der letzte Langstreckenflug für viele ein emotionaler Moment. Insbesondere für die Crew und Piloten war dies ein bewegendes Ereignis, da viele bereits langjährige Angestellte von Air Berlin sind und der Großteil in eine ungewisse Zukunft blickt.

    ⇒ Das bedeutet der Verkauf von Air Berlin für die Passagiere

Demzufolge ist es nicht verwunderlich, dass der Pilot die Maschine von Miami nach Düsseldorf kurz vor der Landung noch einmal hochzog, um eine spektakuläre Ehrenrunde tief über dem Flughafen zu drehen. Laut Aussagen soll einer der Kapitäne sich mit „wir sagen heute nicht auf Wiedersehen, sondern Tschüss“ verabschiedet und sich bei seiner Crew für die professionelle Arbeit bedank haben. Einigen von ihnen standen, laut Passagieraussagen, sogar Tränen in den Augen.

Kritik, aber auch Lob für die Aktion des Piloten

Teilweise wurde in den Medien Kritik an dem Manöver des Piloten laut, der angeblich verantwortungslos gehandelt habe. Laut Stellungnahme der Langener Flugsicherung wurde die Aktion aber vorher abgeklärt und die angefragte Linkskurve im Falle eines Durchstartmanövers freigegeben. Zusätzlich berichteten Passagiere, dass der Pilot die geplante Linkskurve 20 Minuten vor Landung ankündigt habe. Beschwerden nach Beendigung des Manövers wurden nicht bekannt. Von diversen Quellen wurde das Manöver darüber hinaus als sicher eingestuft - akute Gefahr bestand somit zu keiner Zeit, auch wenn einige Zuschauer im ersten Moment verunsichert waren. Am Ende wurde Beifall der Passagiere laut.

Auch die Stimmung in einem der Videos, welches mit hoher Wahrscheinlichkeit im Düsseldorfer Tower gedreht wurde, hört sich alles andere als ernst an. Obwohl eine Stimme zu Anfangs sagt, das das Flugzeug viel zu tief fliege, hört man kurz daraufhin lachen und Geklatsche, sogar ein offenkundiges Lob, was bereits vermuten lässt, dass alle bereits im Vorhinein darüber informiert wurden und sich mit dieser Aussage nur einen Scherz erlaubten.

Keine Gefahr - Dennoch wird ermittelt

Dennoch hat sich nun die Luftfahrbehörde eingeschaltet und kontrolliert den Fall, obwohl es in dem Ermessen eines Piloten liegt, ein Durchstartmanöver zu absolvieren und er deswegen eigentlich nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann. Dies ist aber in der Regel nur bei schlechtem Wetter oder Tieren auf der Fahrbahn vonnöten, auch wenn viele das Ende einer Ära als triftigen Grund ansehen. Bis die Sitaution geregegelt ist, wurden die Piloten des letzten Langstreckenfluges vom Dienste suspendiert. Dabei handelt es sich um die gewohnte Vorgehensweise, wenn ein unklarer Fall einer Kontrolle bedarf. Ob die Piloten jemals wieder für Air Berlin fliegen werden bleibt fraglich. Aber für die Ermöglichung dieses emotoinalen Abschieds, wird ihnen ihr Opfer wohl wert sein.

Dieses spektakuläre Manöver ist bei Air Berlin übrigens nichts Neues. Bereits bei dem 25 Jährigen Jubiläum der Fall der Berliner Mauer wurde eine Ehrenrunde über das beleuchtete Event gedreht. Für die Insassen ein Spektakel.