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Wie Flugreisen durch den Coronavirus beeinflusst werden

 

Der Coronavirus, welcher sich von Wuhan, China aus rasant ausbreitet, besorgt die Reisebranche und Regierungen weltweit. Nachdem über Nacht die Erkrankungen in China erneut um 38 Fälle auf 7.711 Personen gestiegen sind, gibt es nun auch Meldungen, dass bereits 170 Personen durch den Virus verstorben sind. Die meisten Erkrankungen stammen aus der chinesischen Provinz Hubei, welche gegenwärtig zu Großteilen von der Außenwelt abgeschottet ist. Der Coronavirus wird häufig mit dem SARS Erreger verglichen, welcher 2002/2003 eine Pandemie auslöste. Die Weltgesundheitsorganisation WHO zeigt sich besorgt, warnt gegenwärtig jedoch vor Panikmache.

Coronavirus Flugausfall

 

Erster Fall in Deutschland

Sprechern des Gesundheitsministeriums München zufolge, hat sich erstmals eine Person aus Deutschland mit dem Coronavirus angesteckt. Bei dem Infizierten handelt es sich laut Medienberichten um einen Mann aus Starnberg. Dieser hatte sich bei einem chinesischen Kollegin angesteckt, welcher zu Gast war. Mittlerweile ist bekannt, dass sich in dem Unternehmen 3 weitere Personen mit dem Virus angesteckt haben. Die Erkrankten werden derzeit medizinisch überwacht und isoliert, befinden sich jedoch in klinisch gutem Zustand. Laut der „Task Force Infektiologie“ des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowie dem Robert Koch-Institut ist das Risiko für die Bevölkerung gering.

Mehrere Länder, wie Frankreich, Japan, Belgien und die USA haben zudem angekündigt ihre Staatsbürger aus China zu evakuieren. Auch Deutschland erwägt solche Schritte. So soll die deutsche Luftwaffe 90 Staatsbürger ausfliegen, welche sich beim Auswärtigen Amt gemeldet haben. Peking bevorzugt hingegen, dass Zivilflugzeuge zum Einsatz kommen.

 

Wie bereiten sich deutsche Flughäfen auf den Virus vor?

Für die Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen ist die ebenfalls die Task Force Infektiologie zuständig. Diese wurde 2014 ins Leben gerufen und würde in einem Notfall mit ansteckenden Krankheiten die Einsatzleitung übernehmen. Im Ernstfall besteht immer die Möglichkeit ein Flugzeug zu separieren und zu untersuchen. Im Verdachtsfall rückt die Task Force, welcher unter anderem Ärzte und eine Epidemiologin angehören, in Schutzanzügen, Atemmasken und mit einem Fern-Fieberthermometer an. Mitarbeiten können zudem Proben entnehmen, welche in einem Hochsicherheitslabor des Robert Koch-Instituts untersucht werden. Die Task Force sorgt zudem dafür, dass infizierte Patienten schnellstmöglich auf die Isolierstation des Schwabinger Krankenhauses gebracht werden. Betroffene Flugzeuge werden in solchen Situationen desinfiziert.

Auch am Flughafen Frankfurt steht man in engen Kontakt mit den Gesundheitsbehörden und dem Sozialministerium. An den Flughäfen Berlin Tegel und Schönefeld haben Flughafenmitarbeiter Poster verteilt, welche über den Coronavirus informieren und an Passagiere von und nach China verteilt werden. Es werden aus ganz Deutschland keine Flüge nach Wuhan durchgeführt. Flüge nach Deutschland, welche einen Verdachtsfall an Bord melden, dürfen in Deutschland ausschließlich an den Flughäfen Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, München und Berlin landen. Diese müssen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit Kernkapazitäten freihalten. Deutsche Kliniken sind zudem auf eine potenzielle Pandemie vorbereitet.

 

Wie gehen Airlines mit dem Virus um?

Auch Fluggesellschaften befassen sich mit dem Thema und sind vorbereitet. Lufthansa bietet Passagieren, welche Flüge nach China bis zum 23. Januar gebucht haben an, diese Flüge kostenlos zu stornieren oder umzubuchen. Dies gilt des Weiteren für Airlines, die Teil der Lufthansa Group sind, also Austrian Airlines, Swiss and Brussels Airlines. Weitere Airlines, wie KLM, Air France und British Airways bieten ebenso kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen auf ein späteres Datum an.

Am 29. Januar 2020 wurde bekannt gegeben, dass Lufthansa, Swiss und Austrian Airlines alle Flüge von und nach China bis zum 09. Februar streichen. Lufthansa wird zuvor noch einmal nach China fliegen um ihre eigenen Crews nach Deutschland zurückzuholen. Bis Ende Februar können zudem keine Flüge nach China gebucht werden. Zuvor hatte bereits British Airways alle China-Verbindungen eingestellt.

Der Flughafen in Wuhan ist gegenwärtig geschlossen und Fluggesellschaften wie China Airlines, Singapore Airlines, Thai Airways und Cathay Pacific, welche den Flughafen für gewöhnlich anfliegen, haben angekündigt diesen Service bis 2. Februar einzustellen.

Für Pauschalreisende besteht ebenfalls Möglichkeiten ihre Reisen umzubuchen oder kostenlos zu stornieren. Studiosus und Gebeco haben alle Reisen nach China abgesagt. Studiosus wird keine Reisen mit einem Abreisedatum bis zum 15. April durchführen und Gebeco hat alle Reisen für den Monat Februar abgesagt. Kunden wurden in diesem Fall kostenlose Alternativen angeboten. DER Touristik bietet aktuell für China-Reisen bis Ende März kostenlose Umbuchungen und Stornierungen an.

 

Teilreisewarnung der Auswärtigen Amts

Aufgrund der herausgegebenen Teilreisewarnung für China kommen die Maßnahmen der Fluggesellschaften und Reiseveranstalter nicht überraschend. Auf der Website der Behörde wird vor Reisen in die Provinz Hubei gewarnt und empfohlen alle nicht notwendigen Reisen nach China zu verschieben.

Die chinesischen Behörden haben zudem Reisebeschränkungen für Wuhan und andere Städte der Provinz Hubei erlassen. Es ist mit erheblichen Einschränkungen der Mobilität in China zu rechnen. Bei Ein- und Ausreise sind Fieberkontrollen möglich und falls Symptome festgestellt werden, ist mit Quarantänemaßnahmen zu rechnen.

 


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