Die umweltfreundlichsten Airlines laut dem Atmosfair Airline Index 2018

Obwohl wir das Reisen lieben, bekommen wir immer ein schlechtes Gewissen, denn Flugzeuge belasten die Atmosphäre mit einer Unmenge an Kohlenstoff­dioxid. Flugreisen haben somit einen großen Anteil am Treibhauseffekt und dem Klimawandel. Nun erschien das Atmosfair-Ranking, sodass wir die Airlines mit der geringsten Umweltbelastung herausfinden können - denn es gibt große Unterschiede!

Nicht zu fliegen, ist für Viele in unserer modernen Welt keine Option mehr. Das geht zu Lasten der Umwelt: Wer beispiels­weise von Frank­furt nach Sydney und wieder zurück fliegt, verbraucht ungefähr so viel CO2 wie der Durch­schnitts­deutsche in einem ganzen Jahr – inklusive Auto­fahrten, Heizungskosten und Nahrungs­mittel­n.

Um eine Minderung der CO₂-Ausstöße zu fördern und Klimaschutz zu einem Wettbewerbsfaktor unter den Airlines zu machen, vergleicht die Klimaschutzorganisation atmosfair jährlich die 190 größten Airlines nach ihrer CO₂-Emission pro Transportleistung und ordnet sie in verschiedene Klimaeffizienzklassen ein.

Viele Faktoren beeinflussen die CO₂-Emissionen einer Fluggesellschaft

In die Berechnung der CO₂-Emissionen fließen unter anderem die eingesetzten Flugzeugtypen, die Triebwerke, ob aerodynamische Flügelspitzen (Winglets) verwendet werden, die Bestuhlung und der Frachtraum sowie die Auslastung der Flieger mit ein. Somit haben sowohl Urlaubs- als auch Geschäftsreisende die Möglichkeit, die CO₂-Effizienz der Fluggesellschaft in ihren Entscheidungsprozess während der Buchung mit einzubeziehen.

Im diesjährigen Ranking lagen deutsche Ferienflieger wie TUIfly und Condor ziemlich weit vorn, anders als die Lufthansa die es gerade einmal auf Platz 66 schaffte. Auch unter den Billigfliegern gibt es relativ umweltfreundliche Airlines. Gut zu wissen, dass die Low-Cost-Carrier nicht auf Kosten der Umwelt ihre niedrigen Preise ermöglichen.

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Insgesamt bildet der Atmosfair Airline Index (AAI) mit etwa 33 Millionen Flügen rund um den Globus etwa 92% des weltweiten Luftverkehrs ab. Die aktuellen Berechnungen beruhen auf den jüngsten verfügbaren Daten der weltweiten Luftverkehrsbranche von 2016. Die Fluggesellschaften werden mit 0 bis 100 Punkten bewertet. Dabei wird zwischen Kurz-, Mittel- und Langstrecke unterschieden.

 

Ferienflieger schaffen es nach ganz oben im Klima-Ranking

Die britische TUI Airways steht mit 79 Punkten erneut auf Platz eins des atmosfair Rankings. Beste deutsche Fluggesellschaft ist TUIFly auf Platz vier mit 78 Effizienzpunkten. Damit liegt die deutsche Fluggesellschaft seit dem Start des atmosfair Rankings im Jahr 2012 durchgehend auf Spitzenplätzen. Mit Condor schaffte es ein weiterer deutscher Ferienflieger unter die Top 10 (72 Punkte). Innerhalb der EU folgen die spanische Air Europa auf Platz 12 (Effizienzklasse C) und KLM auf Platz 17 (ebenfalls Klasse C).

Betrachtet man ebenfalls die internationalen fluggesellschaften, so findet man auf Platz zwei die große chilenisch-brasilianische Linienfluggesellschaften LATAM. Grund dafür ist ihre moderne Flotte und die hohen Auslastung. Platz drei in der Gesamtwertung erreicht China West Air. Damit setzt sich die Regionalfluglinie als erste chinesische Airline dauerhaft in der Spitzengruppe fest.

Umweltfreundliche Airlines

Gleiche Strecke, große Unterschiede bei der Umweltfreundlichkeit

Die Studie zeigt, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Fluggesellschaften erheblich sein können. Bei einigen Airlines ist der Treibstoffverbrauch pro Passagier und Kilometer mehr als doppelt so hoch wie bei anderen - auf derselben Strecke!

Die besten Werte erreichen die Fluggesellschaften, die moderne und auf die Strecke angepasste Flugzeuge einsetzen. Eine effiziente Raumnutzung mit vielen Sitzen, die eine optimale Auslastung des Passagier- und Frachtbereichs ermöglichen, geben Bonuspunkte im Umweltfreundlichkeits-Ranking. Große Bereiche der First und Business Class hingegen verschlechtern die Bilanz.

 

Neue Flugzeugtypen erhöhen die Effizienz der Flotte

Der AAI zeigt, dass neue Flugzeuge, wie die Boeing 787-9, Airbus A350-900 oder A320neo, selbst auf verbrauchsintensiven Langstrecken weniger Kerosin verbrauchen, als alte Flugzeugmodelle. Diese neuen Flugzeuge setzen die Messlatte für eine bessere CO2- Effizienz deutlich höher. Daher schneiden Fluggesellschaften mit einer älteren Flotte im Ranking zunehmend schlechter ab.

Allerdings gibt es noch keine Airline, in der diese neuen Flugzeugmodelle den Großteil der Flotten ausmachen, weshalb bisher keine einzige Fluggesellschaft die Effizienzklasse A erreicht. Und auch in die Effizienzklasse B wurden nur zwei Fluggesellschaften eingeordnet.

 

Die Klimaeffizienz ausgewählter Airlines auf einen Blick

 

Platz

Airline

Effizienzklasse

1.

TUI Airways (British)

B

2.

LATAM Airlines Brasil

B

3.  

China West Air

C

4.

TUIfly

C

6.

Sun Express

C

7.

Thomas Cook Airlines

C

17.

KLM

C

34.

Iberia

C

36.

Finnair

D

66.

Lufthansa

D

73.

Air France

D

81.

Austrian Airlines

D

84.

Brussels Airlines

E

89.

Swiss

E

99.

Lufthansa Regional

E

108.

Emirates

E

109.

Swiss Global Air Lines

E

123.

Kenya Airways

F

124.

Egyptair Express

F

125.

South African Airlink

G

 

 

Billigflieger nur scheinbar umweltfreundlich

Low-Cost-Carrier werden im AAI in einer eigenen Klasse gewertet, da die Vergleichbarkeit mit regulären Fluggesellschaften nicht gegeben ist. Häufig profitieren diese nämlich von Subventionen, durch die günstige Ticketpreise ermöglicht werden. Durch diese niedrigen Preise wird wiederum eine Nachfrage bedient, die ansonsten gar nicht erst entstanden wäre. Zusätzlich bedienen die Billigflieger oftmals Regionalflughäfen, die weit außerhalb der Innenstädte liegen, weshalb weitere CO₂-Emissionen erzeugt werden.

Neun Low-Cost-Carrier wurden in die Effizienzklasse B eingeordnet, unter anderem Ryanair, Norwegian und Transavia. Wie auch der Großteil der herkömmlichen Airlines landen die meisten Low-Cost-Carrier aber in den Effizienzklassen C (easyJet, Eurowings) und D (Virgin America, JetBlue Airways).

 

Zunahme der CO₂-Emissionen durch Wirtschaftswachstum der Airlines?

Laut atmosfair korrelierten die gestiegene CO2-Emissionen mit dem Wirtschaftswachstum der Fluggesellschaften: Der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß der Airlines stieg um fünf Prozent, während die geflogenen Kilometer um gut sechs Prozent zulegten.

Nur eine von 10 Airlines weltweit schafft es, trotz wirtschaftlichem Wachstum ihre CO2-Emissionen konstant zu halten. Dazu gehören unter anderem Thai Airways (67 von 100 Punkten, Effizienzklasse C), Finnair (64 Punkte, Klasse D) und American Airlines (59 Punkte, Klasse D).

Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, werden neue, synthetisch und CO2–neutral hergestellte Treibstoffe benötigt, so der Geschäftsführer von atmosfair.

Durch das CORSIA Abkommen der internationalen zivilen Luftfahrtorganisation ICAO können die Fluggesellschaften künftig ihre wachsenden CO2- Emissionen durch Klimaschutzprojekte außerhalb der Luftverkehrsbranche kompensieren. Wie die Luftfahrtindustrie selbst ihre CO2-Emissionen so senken kann, dass sie im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen stehen, bleibt allerdings vorerst unklar.

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Beim Reisen eigenständig CO2-Emissionen ausgleichen

Wer das Klima schonen, aber trotzdem übers Wochenende nach Barcelona fliegen möchte, kann nach der Buchung die Webseite einer Kompensationsagentur wie Atmosfair oder Myclimate besuchen und dort die verursachten Emissionen ausgleichen. Dieser Beitrag richtet sich in der Regel nach Kriterien wie Flugdistanz, Verbrauch oder Sitzklasse - auch die ist wichtig, denn sie gibt Auskunft über die Bein- und Ellenbogenfreiheit und damit über die effiziente Platznutzung im Flugzeug. Ein Beispiel: Bei Myclimate, dem größten nicht kommerziellen Anbieter, kostet die CO2-Kompensation eines Fluges von Frankfurt nach Barcelona sechs Euro pro Person. Geht's nach Sydney, werden 82 Euro fällig. Dieses Geld fließt anschließend in Klimaschutzprojekte, sodass die Auswirkung des Fluges auf das Klima ausgeglichen wird.

Klimaschutz

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